Der Artikel wurde mit Unterstützung von Gemini (KI Modell von Google) erstellt. Ich, Ronny Lüdtke habe diesen gegengelesen, korrigiert und ergänzt. Alle Quellen sind unten aufgeführt. Wer nicht alles lesen möchte kann sich den Podcast dazu anhören (erstellt von NotebookLM) und bei Wunsch unten im Detail nachlesen.
1. Einleitung: Der Paradigmenwechsel im saisonalen Zyklus des Radsports
Für die Mitglieder der Radsportgruppe RSG Rosa Schallstadt e.V. stellt der Übergang vom goldenen Herbst in den nasskalten Winter des Breisgaus traditionell eine Zäsur dar. Während die Sommermonate von gemeinsamen Ausfahrten, den Mittwochstreffen und Etappenfahrten geprägt sind, brachte der Winter in der Vergangenheit oft einen abrupten Stillstand der radsportlichen Aktivitäten mit sich. Die Gründe hierfür sind vielfältig und historisch gewachsen: Die meteorologischen Bedingungen mit Kälte, Nässe und früher Dunkelheit machen das Training auf der Straße nicht nur ungemütlich, sondern auch risikobehaftet. Das Resultat war oft eine monatelange Pause, die erst mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr und einem mühsamen Wiederaufbau der Form endete.
Doch wir befinden uns inmitten einer technologischen Revolution, die diese saisonale Zwangspause obsolet macht. Die Digitalisierung des Radsports durch Smart Trainer und Plattformen wie Zwift hat das Indoor-Training von einer monotonen Notlösung zu einer eigenständigen, hochattraktiven Disziplin transformiert. Dieser Bericht zielt darauf ab, den Mitgliedern der RSG Schallstadt – vom ambitionierten Lizenzfahrer bis zum Genussradler – aufzuzeigen, wie tiefgreifend sich die Möglichkeiten verändert haben. Es ist nicht mehr notwendig, über fundiertes IT-Wissen zu verfügen oder komplexe Hardware-Installationen durchzuführen, um an dieser Entwicklung teilzuhaben.
Die Relevanz dieses Themas für den Verein ist angesichts des ambitionierten Eventkalenders für 2025 und 2026 nicht zu unterschätzen. Events wie die „Woche in den Dolomiten“ im Juli 2025, die „Kleine Etappenfahrt Schwarzwald – Bodensee – Donau“ im Mai 2025 oder die Abschlussfahrt im September erfordern eine solide physische Grundlage, die im Winter gelegt werden muss. Der folgende Bericht analysiert die technologischen, physiologischen und soziologischen Aspekte des modernen Smart-Trainer-Trainings und dient als Leitfaden für die Integration dieser neuen Realität in das Vereinsleben der RSG Schallstadt.

2. Trainingswissenschaft im Wandel: Abschied vom Mythos der „Leeren Kilometer“
2.1 Die Historie: Das Dogma des Grundlagentrainings
Über Jahrzehnte hinweg wurde im Radsport ein fast unumstößliches Dogma gelehrt: „Winter miles make summer smiles“. Dieses Konzept des LSD-Trainings (Long Slow Distance) basierte auf der Annahme, dass eine aerobe Basis ausschließlich durch extrem lange Einheiten bei sehr niedriger Intensität geschaffen werden kann. Für Profisportler, die 25 bis 30 Stunden pro Woche im Sattel verbringen, mag diese physiologische Herangehensweise ihre Berechtigung haben. Sie zielt darauf ab, den Fettstoffwechsel zu optimieren und die Kapillarisierung der Muskulatur zu maximieren, ohne den Körper durch zu hohe Intensitäten vorzeitig auszubrennen.
Für den typischen Vereinsfahrer der RSG Schallstadt jedoch, der Beruf, Familie und Ehrenamt unter einen Hut bringen muss, stellt dieses Modell eine ineffiziente Nutzung der begrenzten Zeitressourcen dar. Die Trainingswissenschaft hat in den letzten Jahren, getrieben durch bessere Datenerhebung mittels Powermeter und Smart Trainer, erkannt, dass das bloße Abspulen von Kilometern bei niedriger Intensität („Junk Miles“) für Athleten mit einem Zeitbudget von unter 10-12 Stunden pro Woche oft kontraproduktiv ist. Studien deuten darauf hin, dass ein abruptes Umschalten von sommerlicher Intensität auf reines winterliches Grundlagentraining bei geringerem Volumen sogar zu einer Rückbildung der VO2max führen kann. Der Körper erhält schlichtweg keinen ausreichenden Reiz, um physiologische Anpassungen vorzunehmen.
2.2 Die Moderne: Intervalltraining und „Sweet Spot“ als neuer Standard
Der moderne Ansatz, der sich nahtlos in die Nutzung von Smart Trainern integrieren lässt, propagiert Qualität vor Quantität. Anstatt drei Stunden im Nieselregen bei niedriger Intensität zu fahren, kann eine gezielte 60- bis 90-minütige Einheit auf Zwift einen deutlich höheren Trainingsreiz setzen. Besonders das sogenannte „Sweet Spot“-Training hat sich als hocheffizient erwiesen. Hierbei trainiert der Athlet in einem Bereich von ca. 88% bis 94% seiner funktionalen Leistungsschwelle (FTP). Dieser Bereich liegt physiologisch genau an der Grenze, an der der Körper maximal gefordert wird, ohne so viel Laktat zu akkumulieren, dass die Erholungszeit unverhältnismäßig lang wird.
Die physiologischen Vorteile dieses Ansatzes sind durch zahlreiche Studien belegt:
- Mitochondriale Dichte: Hochintensives Intervalltraining (HIIT) und Sweet-Spot-Einheiten stimulieren die Neubildung von Mitochondrien – den Kraftwerken der Zellen – effizienter als reines Volumentraining bei begrenzter Zeit.
- Laktat-Clearance: Durch das Training knapp unterhalb der Schwelle lernt der Körper, das anfallende Laktat schneller zu verstoffwechseln und als Energiequelle zu nutzen.
- Zeiteffizienz: Für die Mitglieder der RSG bedeutet dies, dass sie in der dunklen Jahreszeit mit 4 bis 6 Stunden Training pro Woche ihre Form nicht nur halten, sondern sogar ausbauen können, um fit für die Saisoneröffnungsfahrt im April zu sein.
Ein weiterer entscheidender Vorteil des Indoor-Trainings ist die Eliminierung der „Junk Time“. Auf der Straße verbringt ein Radfahrer, bedingt durch Abfahrten, Ampeln, Kurven und Verkehr, oft 10% bis 15% der Zeit im Leerlauf (Coasting), ohne in die Pedale zu treten. Auf dem Smart Trainer entfällt dies komplett. Jede Minute ist effektive Trainingszeit. Eine Stunde auf Zwift entspricht daher physiologisch oft 1,5 bis 2 Stunden auf der Straße.
3. Die technologische Hürde fällt: Simpel, Intuitiv, Barrierefrei
Ein häufiges Gegenargument älterer oder weniger technikaffiner Vereinsmitglieder war in der Vergangenheit die Komplexität der Einrichtung. Man fürchtete sich vor Treiber-Installationen, Verbindungsproblemen und der Notwendigkeit teurer Gaming-PCs. Diese Sorgen sind im Jahr 2026 unbegründet. Die Industrie hat verstanden, dass Massentauglichkeit nur über extreme Benutzerfreundlichkeit (Usability) zu erreichen ist.
3.1 Das Tablet als Kommandozentrale
Es ist heute kein umfangreiches IT-Wissen mehr notwendig, um in die virtuelle Welt einzutauchen. Die Software Zwift läuft mittlerweile hervorragend auf handelsüblichen Tablets und Smartphones.
- Apple iOS: Ein iPad (ab der 5. Generation, Air 2 oder Mini 4) reicht aus, um Zwift flüssig darzustellen.6 Die App wird einfach aus dem App Store geladen, und das Tablet verbindet sich via Bluetooth automatisch mit dem Smart Trainer.
- Android: Auch Android-Tablets (ab Version 9.0 mit mindestens 3GB RAM) sind kompatibel. Dies öffnet die Tür für eine breite Masse an Nutzern, die bereits über solche Geräte verfügen.
Die Bedienung über den Touchscreen ist intuitiv und ähnelt der Bedienung jeder anderen modernen App. Menüs sind übersichtlich gestaltet, und die Kopplung der Sensoren (Leistung, Herzfrequenz, Trittfrequenz) erfolgt oft mit einem einzigen Tippen.
3.2 Apple TV: Die „Set-Top-Box“-Lösung
Für Nutzer, die das Erlebnis auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer genießen möchten, ohne einen Laptop per HDMI-Kabel verbinden zu müssen, hat sich das Apple TV (4K-Version) als Goldstandard etabliert. Es ist kostengünstig, startet innerhalb von Sekunden und ist extrem wartungsarm. Viele Zwift-Nutzer schwören auf diese Lösung wegen ihrer „Plug-and-Play“-Zuverlässigkeit. Das Apple TV wird einfach an den Fernseher angeschlossen, die Zwift-App installiert, und die Fernbedienung dient zur Navigation. Es eliminiert die typischen PC-Probleme wie Windows-Updates oder Treiberkonflikte, die kurz vor dem Training auftreten und die Motivation zerstören können.
3.3 Der PC für Enthusiasten
Natürlich bleibt der PC (Windows oder Mac) eine Option für diejenigen, die die grafische Pracht der virtuellen Welten in 4K-Auflösung („Ultra“-Profil) erleben wollen. Hierfür sind jedoch dedizierte Grafikkarten und mehr Arbeitsspeicher (mind. 8GB RAM) notwendig. Für den reinen Trainingseffekt ist dies jedoch nicht erforderlich; es ist eine rein ästhetische Entscheidung.

4. Hardware-Ökosysteme: Vom „alten Drahtesel“ bis zum High-Tech Bike
Die Frage „Welches Equipment brauche ich?“ ist wohl die häufigste im Vereinsumfeld. Die Antwort hängt stark vom Budget und den vorhandenen Ressourcen ab. Es gibt heute für jeden Geldbeutel und Anspruch eine passende Lösung, die den Einstieg ermöglicht.
4.1 Die Revolution für das alte Rad: Zwift Cog und Click
Eines der größten Hindernisse beim Direct-Drive-Trainer (bei dem das Hinterrad ausgebaut wird) war bisher die Kompatibilität der Kassetten. Hatte man ein 9-fach Rad für den Winter und ein 11-fach Rad für den Sommer, musste man ständig die Kassette am Trainer wechseln oder hatte Schaltprobleme. Hier hat Zwift mit dem Zwift Cog eine bahnbrechende Innovation eingeführt, die gerade für Mitglieder der RSG Schallstadt interessant ist, die vielleicht noch ein älteres Rad im Keller haben.

Funktionsweise des Zwift Cog
Anstatt einer Kassette mit vielen Ritzeln wird ein einzelnes Ritzel (Single Cog) auf dem Trainer montiert. Dieses Ritzel sitzt zwischen zwei Kunststoffscheiben, die verhindern, dass die Kette abspringt. Der Clou: Das mechanische Schaltwerk des Fahrrads wird nicht mehr benutzt, um die Kette zu bewegen. Die Kette läuft starr auf diesem einen Ritzel.

Das virtuelle Schalten (Virtual Shifting)
Das Schalten erfolgt elektronisch. Am Lenker wird ein kleiner, drahtloser Controller montiert, der Zwift Click (oder die Zwift Play Controller). Wenn der Fahrer den Knopf drückt, sendet der Click ein Signal an die Software. Zwift erhöht oder verringert dann blitzschnell den magnetischen Widerstand des Trainers. Für den Fahrer fühlt es sich exakt so an, als hätte er in einen schwereren oder leichteren Gang geschaltet.
- Vorteile:
- Universelle Kompatibilität: Das System funktioniert mit fast allen 8- bis 13-fach Schaltungen. Ein Mitglied kann heute sein uraltes 9-fach Alurad einspannen und morgen das brandneue 12-fach Carbonrad, ohne Werkzeug in die Hand zu nehmen.
- Geräuschlosigkeit: Da die Kette nicht mehr über Ritzel springt, entfällt das typische „Knallen“ beim Gangwechsel. Der Antrieb ist flüsterleise.
- Verschleißarmut: Die Kette läuft immer in einer geraden Linie (kein Schräglauf), was die Lebensdauer von Kette und Ritzel massiv verlängert.
- Kein Einstellen der Schaltung: Probleme mit ratternden Gängen oder schlechter Schaltzugspannung gehören der Vergangenheit an.
Das Zwift Cog & Click Upgrade Kit ist kompatibel mit dem Zwift Hub, dem Wahoo KICKR Core und zunehmend auch anderen Trainern, was es zu einer kostengünstigen Aufrüstoption macht.
4.2 Die All-in-One Lösung: Zwift Ride Smart Frame
Für Mitglieder, die bereit sind, etwas mehr zu investieren und eine permanente Lösung suchen („Pain Cave“), bietet der Zwift Ride Smart Frame eine elegante Option. Dies ist kein komplettes Fahrrad im klassischen Sinn, sondern ein Rahmen, der speziell für die Nutzung auf einem Smart Trainer (wie dem Kickr Core) entwickelt wurde.
- Design und Funktion: Der Rahmen besteht aus Stahl, ist robust und optisch sehr aufgeräumt („Sleek, Stylish, Silent“). Er kommt bereits mit dem Zwift Cog und integrierten Lenker-Controllern für Schaltung, Bremsen und Lenkung.
- Anpassbarkeit: Ein riesiger Vorteil für Familien oder Paare im Verein ist die Verstellbarkeit. Mit dem mitgelieferten Werkzeug („Zwift Key“) können Sattelhöhe, Lenkerposition und Reichweite in Sekunden angepasst werden. So können sich Partner einen Trainer teilen, ohne jedes Mal das komplette Fahrrad umbauen zu müssen.
- Preis-Leistung: Im Bundle mit einem Kickr Core Trainer liegt der Preis bei ca. 1.200 € bis 1.300 €, was deutlich günstiger ist als dedizierte Smart Bikes (wie das Wahoo Kickr Bike für über 3.000 €), aber ein ähnlich integriertes Erlebnis bietet.
4.3 Vergleich der Setup-Optionen
| Feature | Option A: Eigenes Rad + Zwift Cog | Option B: Zwift Ride Smart Frame | Option C: High-End Smart Bike (z.B. Kickr Bike) |
| Kosten | Niedrig (Trainer ca. 500€ + existierendes Rad) | Mittel (ca. 1.200€ inkl. Trainer) | Hoch (2.500€ – 3.500€) |
| Platzbedarf | Variabel (Rad kann entfernt werden) | Permanent (Rahmen bleibt auf Trainer) | Permanent (großes Gerät) |
| Lautstärke | Sehr leise (Virtuelles Schalten) | Sehr leise | Nahezu lautlos |
| Mehrnutzer | Umständlich (Radwechsel nötig) | Exzellent (schnell verstellbar) | Exzellent (elektrisch verstellbar) |
| Realismus | Gut (hängt vom Rahmen ab) | Sehr gut (spezifische Indoor-Geometrie) | Perfekt (simuliert Steigung/Gefälle physisch) |
5. Motivation durch Immersion: Warum Zwift nicht langweilig ist
Ein häufiges Vorurteil gegenüber dem Rollentraining ist die Monotonie: „Man starrt eine weiße Wand an und tritt auf der Stelle“. Zwift durchbricht dies durch Gamification – die Anwendung von spieltypischen Elementen in einem trainingswissenschaftlichen Kontext.
5.1 Die Welt von Watopia und Alpe du Zwift
Zwift bietet verschiedene virtuelle Welten, wobei Watopia die populärste ist. Es ist eine fiktive Inselgruppe mit Wüsten, Dschungeln, Unterwassertunneln und Vulkanen. Das absolute Highlight für Kletterer – und eine perfekte Vorbereitung für die „Woche in den Dolomiten“ der RSG 1 – ist Alpe du Zwift. Dies ist eine GPS-akkurate Nachbildung des legendären Anstiegs nach L’Alpe d’Huez in Frankreich.
- Die Daten: 12,2 km Länge, 1.035 Höhenmeter, durchschnittlich 8,2% Steigung, 21 Kehren.
- Die Erfahrung: Während man sich die 21 Kehren virtuell hochkämpft, zeigt ein HUD (Head-up-Display) detaillierte Statistiken zu jedem Segment an. Die Landschaft verändert sich von grünen Wiesen im Tal zu schneebedeckten Felsen am Gipfel.
- Die Belohnung: Oben angekommen, darf jeder Finisher an einem virtuellen Glücksrad („Prize Spinner“) drehen und kann exklusive Ausrüstung gewinnen, wie z.B. die begehrten „Lightweight Meilenstein“ Laufräder für den Avatar. Dieser spielerische Anreiz motiviert Nutzer, den Berg immer wieder zu bezwingen.
5.2 Level, Drops und der „Badge Hunter“
Motivation entsteht auf Zwift durch ständige kleine Belohnungen:
- Level-System: Für jeden gefahrenen Kilometer und Höhenmeter erhält man Erfahrungspunkte (XP). Man steigt im Level auf (bis Level 100) und schaltet neue Trikots, Brillen und Helme frei.
- Drops Shop: Durch gefahrene Kilometer „verdient“ man die Währung Drops. Damit können im virtuellen Shop schnellere Rahmen und Laufräder gekauft werden, die tatsächlich einen messbaren aerodynamischen Vorteil im Spiel bringen.
- Route Badges: Für das erstmalige Absolvieren einer Strecke gibt es ein Abzeichen (Badge) und Bonus-XP. Viele Nutzer entwickeln einen regelrechten Sammeltrieb („Badge Hunting“) und fahren Strecken, die sie sonst nie gewählt hätten, nur um das Abzeichen zu erhalten.
5.3 Soziale Dynamik und „Ride Ons“
Ein einfacher, aber mächtiger Motivationsfaktor ist das „Ride On“ – ein virtueller Daumen hoch. Wenn man auf Zwift fährt und andere Nutzer einem ein Ride On geben, erscheint ein großer blauer Daumen über dem Avatar, und die Trikottaschen füllen sich mit Trikotsymbolen. Es entsteht ein Gefühl der Gemeinschaft, auch wenn man alleine im Keller sitzt.
6. Strukturiertes Training: Der Weg zur Bestform
Für die Mitglieder der RSG Schallstadt, die das Wintertraining nutzen wollen, um ihre Leistung gezielt zu steigern, bietet Zwift eine Fülle an strukturierten Möglichkeiten.
6.1 Flexible Trainingspläne
Zwift bietet Pläne, die sich dynamisch an das Zeitbudget anpassen. Anders als ein starrer PDF-Plan, der vorgibt „Dienstag 18 Uhr“, können die Einheiten auf Zwift dann absolviert werden, wenn es in den Alltag passt.
- „Build Me Up“ (10-12 Wochen): Ein sehr populärer Plan für fortgeschrittene Fahrer, der darauf abzielt, die FTP (Functional Threshold Power) signifikant zu steigern. Er ist ideal, um im Winter die physiologische Basis für die Rennen im Sommer zu legen.
- „Gran Fondo“ Pläne: Spezifisch ausgelegt auf lange Distanzen und viele Höhenmeter. Dies ist die perfekte Vorbereitung für die RSG-Events wie die Schwarzwald-Bodensee-Etappenfahrt.
- „Active Offseason“: Dieser Plan fokussiert sich auf den Erhalt der Fitness mit moderatem Aufwand, ideal für Mitglieder, die den Winter etwas ruhiger angehen wollen, ohne komplett abzubauen.
6.2 Workouts und der ERG-Modus
Ein Schlüsselelement des Smart-Trainer-Trainings ist der ERG-Modus (Ergometer-Modus). Bei einem strukturierten Workout steuert die Software den Widerstand des Trainers vollautomatisch.
- Beispiel: Das Intervall schreibt 250 Watt vor. Egal ob der Fahrer schnell (100 U/min) oder langsam (60 U/min) tritt, der Trainer passt den Widerstand so an, dass immer exakt 250 Watt geleistet werden.
- Dies garantiert, dass das Training physiologisch exakt ausgeführt wird. Man kann nicht „schummeln“ oder versehentlich zu locker fahren. Dies macht das Training extrem zeiteffizient.
6.3 Robo-Pacer: Die immer verfügbare Gruppe
Für das Grundlagentraining, das mental oft am härtesten ist („Langeweile“), bietet Zwift die Robo-Pacer (früher Pace Partners). Dies sind Bots, die 24/7 auf verschiedenen Routen mit einer konstanten Leistung (Watt pro Kilogramm) unterwegs sind.
- Es gibt verschiedene Bots, von „Bernie“ (sehr locker, 1.5 W/kg) bis „Constance“ (sehr hart, 4.0 W/kg).
- Man kann sich jederzeit zu diesen Bots teleportieren („Join“).
- Man fährt dann in einer riesigen Gruppe („Blob“) von oft hunderten echten Menschen, die alle dem Bot folgen. Dies simuliert eine große Vereinsausfahrt, bietet Windschatten und lässt die Zeit viel schneller vergehen.
7. Soziale Interaktion: Der RSG Schallstadt „Virtual Club“
Das Vereinsleben der RSG Rosa Schallstadt zeichnet sich durch Gemeinschaft aus – sei es beim Stammtisch oder den gemeinsamen Ausfahrten. Zwift bietet Funktionen, um diese Gemeinschaft in den digitalen Raum zu verlängern.
7.1 Die Zwift Club Funktion
Die RSG kann auf Zwift einen offiziellen Club gründen. Die Limits für Clubs wurden massiv erhöht (bis zu 10.000 Mitglieder), sodass problemlos alle Vereinsmitglieder aufgenommen werden können.
- Club-Events: Der Administrator kann private „Events“ erstellen, die nur für Clubmitglieder sichtbar sind. Das ist der virtuelle Ersatz für die Sonntagsausfahrt.
- Branding: Der Club trägt den Namen und das Logo der RSG, was das Zugehörigkeitsgefühl stärkt.
7.2 „Keep Everyone Together“ – Das Gummiband
Ein häufiges Problem bei realen Ausfahrten ist die Leistungsheterogenität: Die Schnellen müssen am Berg warten, die Langsamen fühlen sich gehetzt. Zwift löst dies mit der Funktion „Keep Everyone Together“ (Gummiband-Modus).
- Bei Club-Events kann dieser Modus aktiviert werden.
- Er sorgt dafür, dass alle Fahrer virtuell zusammenbleiben, solange sie treten – unabhängig von ihrer Wattleistung.
- Der ambitionierte Rennfahrer kann mit 300 Watt trainieren, der Einsteiger mit 100 Watt. Auf dem Bildschirm fahren sie nebeneinander.
- Dies ermöglicht echte soziale Interaktion während des Trainings, da niemand zurückfällt.
7.3 Kommunikation via Discord
Da man sich auf Zwift nicht hören kann, ist die Nutzung einer Sprach-App wie Discord empfehlenswert. Während des Trainings loggen sich die Teilnehmer in einen Sprachkanal ein und können sich unterhalten – genau wie bei einer echten Ausfahrt. Dies erhält den sozialen Kitt des Vereins über die Wintermonate und macht die Einheiten kurzweilig.
8. Wettkampf und E-Sports: Adrenalin pur
Für die leistungsorientierten Mitglieder der RSG bietet Zwift eine hochentwickelte E-Sports-Szene. Dies ist kein „Computerspielen“, sondern harter physischer Wettkampf.
8.1 Zwift Racing League (ZRL)
Die Zwift Racing League, organisiert von WTRL, ist die größte Rennserie der Welt. Teams aus aller Welt treten in Divisionen gegeneinander an.
- Es ist ein Mannschaftswettbewerb. Ein Team besteht aus 4-6 Fahrern.
- Jeden Dienstag findet ein Rennen statt, abwechselnd als Punkte-Rennen, Scratch-Rennen oder Mannschaftszeitfahren (TTT).
- Besonders das Team Time Trial (TTT) fördert den Teamgeist enorm. Das Team muss in einer Einerreihe fahren, sich im Wind abwechseln und darf nicht auseinanderreißen. Da die Zeit des 4. Fahrers zählt, ist Kommunikation und Taktik entscheidend („Wer führt wie lange?“, „Achtung, Lücke reißt!“).
8.2 Das neue „Racing Score“ System (2025)
Lange Zeit war der Einstieg in Zwift-Rennen frustrierend, da die Kategorien (A, B, C, D) rein auf Watt pro Kilogramm basierten, was oft zu unfairen Rennen führte („Sandbagging“). Seit der Saison 2024/2025 nutzt Zwift den Racing Score (ZRS).
- Dieser Score (0-1000) berechnet sich dynamisch aus der physischen Leistungsfähigkeit (basierend auf 30s bis 10min Power) und den tatsächlichen Rennergebnissen.
- Wer Rennen gewinnt oder gut platziert ist, dessen Score steigt. Wer schlecht abschneidet, dessen Score sinkt.
- Dies sorgt dafür, dass man immer gegen Gegner auf Augenhöhe fährt. Ein taktisch kluger Fahrer der RSG kann einen höheren Score haben als ein physisch stärkerer Fahrer, der taktische Fehler macht.
- Kategorien sind nun feiner abgestuft, z.B. 350-520 oder 520-690, was spannendere und fairere Rennen garantiert.
8.3 ZwiftPower: Transparenz und Fairness
Die Plattform ZwiftPower.com dient als offizielles Ergebnisportal. Hier kann die RSG ein eigenes Team anlegen („RSG Schallstadt“). Alle Ergebnisse der Mitglieder werden hier gesammelt. ZwiftPower analysiert die Daten auf Anomalien (z.B. falsch kalibrierte Trainer) und disqualifiziert Betrüger, um einen fairen Wettkampf zu gewährleisten.
Gemeinsame Ziele
Teilnahme an großen Zwift-Events als Verein, z.B. der „Tour de Zwift“ im Januar. Dies schweißt zusammen und motiviert, auch bei schlechtem Wetter auf das Rad zu steigen.
10. Fazit
Der Smart Trainer ist für die RSG Schallstadt mehr als nur ein Ersatz für die Straße – er ist eine Erweiterung des Vereinslebens. Durch Technologien wie den Zwift Cog ist der Einstieg so einfach und kostengünstig wie nie zuvor, auch mit älterem Material. Die Trainingswissenschaft zeigt klar, dass ein strukturierter Winter auf Zwift die Basis für einen erfolgreichen Sommer legt.
Wenn der Verein diese Werkzeuge nutzt, wird der Winter nicht mehr eine Zeit der Stagnation, sondern eine Phase des Wachstums – sportlich und gemeinschaftlich. Die Dolomiten können kommen!
Ride On, RSG Schallstadt!
Anhang: Technische Übersicht
Hardware-Vergleich
| Kategorie | Modell-Beispiele | Zielgruppe | Besonderheit | Preisrahmen |
| Budget | Zwift Cog Upgrade Kit | Nutzer mit vorhandenem Trainer | Virtuelles Schalten für fast alle Räder | ca. 80 € |
| Einsteiger | Wahoo Kickr Core | Preisbewusste | Solider Direktantrieb, leise | ca. 500 € |
| Premium | Zwift Ride Smart Frame | Familien / Paare | Schnell verstellbar, All-in-One | ca. 1.300 € |
| High-End | Wahoo Kickr Bike | Enthusiasten | Neigungssimulation, perfektes Gefühl | > 3.000 € |
Software-Anforderungen (Minimal)
| Gerät | Anforderung | Hinweis |
| iPad | Air 2, Mini 4, Pro (iOS 13+) | Sehr stabil, Touch-Bedienung |
| Android Tablet | Android 9.0+, 3GB RAM | Gute Alternative, breite Verfügbarkeit |
| Apple TV | 4K (ab Gen 1), tvOS 14+ | Beste TV-Lösung, Fernbedienung nutzen |
| PC / Mac | Win 10 (64bit) / macOS 10.14+ | Für beste Grafik (4K), ANT+ Dongle optional |
Alle Angaben basieren auf dem Stand der Technik 2025/2026.
Referenzen
- RSG Rosa Schallstadt e.V., Zugriff am Januar 27, 2026, https://rsg-schallstadt.de/
- Radsport-Vereine – RSG Schallstadt eV, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.radsport-news.com/vereine/vereine_2446.htm
- LSD Cycling Training: the Myth of Winter Base Training | Wahoo Fitness Blog, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.wahoofitness.com/blog/winter-base-miles-not/
- Sweet Spot Training In The Winter/Base Phase: Yes Or No? – High North Performance, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.highnorth.co.uk/articles/sweet-spot-training-winter
- Why Base Training in Winter Will Never Make You Fast – CTS, Zugriff am Januar 27, 2026, https://trainright.com/weekend-reading-base-training-winter-will-never-make-fast/
- Supported Devices to Run Zwift, Zugriff am Januar 27, 2026, https://support.zwift.com/en_us/supported-devices-to-run-zwift-H1Cj9QbeB
- Best tablets and computers for Zwift 2025: Top devices for indoor cycling, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.cyclingnews.com/features/best-computers-and-tablets-for-zwift/
- Help with best device to run Zwift on – Reddit, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.reddit.com/r/Zwift/comments/17of5rv/help_with_best_device_to_run_zwift_on/
- Best tablet to use with Zwift? – General Discussion, Zugriff am Januar 27, 2026, https://forums.zwift.com/t/best-tablet-to-use-with-zwift/646253
- What is Zwift Cog and Click? Setup, Compatibility, and Virtual Shifting Explained, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.zwift.com/news/32609-what-is-zwift-cog-and-why-does-it-matter
- Zwift Cog vs. Cassette: A Guide to Shifting Indoors, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.zwift.com/news/33514-zwift-cog-vs-cassette
- Zwift Cog and Click Upgrade Kit, Zugriff am Januar 27, 2026, https://us.zwift.com/products/zwift-cog-and-click-upgrade-kit
- KICKR CORE 2 with Zwift Cog and Click – Wahoo Fitness, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.wahoofitness.com/devices/indoor-cycling/bike-trainers/kickr-core-2-zwift-cog-and-click-buy
- ZWIFT RIDE with KICKR CORE and ZWIFT RIDE SMART FRAME, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.zwift.com/zwift-ride-smart-bike
- All Products – Zwift, Zugriff am Januar 27, 2026, https://eu.zwift.com/collections/all
- ZWIFT RIDE with KICKR CORE and ZWIFT RIDE SMART FRAME, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.zwift.com/eu/zwift-ride-smart-bike
- Zwift Ride with KICKR CORE 2 | All-in-one indoor cycling setup, Zugriff am Januar 27, 2026, https://us.zwift.com/products/zwift-ride-kickr-core-2
- Alpe du Zwift • Alpine Village, Zwift • Climb – MyCols, Zugriff am Januar 27, 2026, https://mycols.app/en/climb/alpe-du-zwift
- Alpe du Zwift KOM (Watopia) Zwift Segment Details – Zwift Insider, Zugriff am Januar 27, 2026, https://zwiftinsider.com/segment/alpe-du-zwift/
- Updated Stats for 2025: How many Zwifters are at each level? – Zwift Insider, Zugriff am Januar 27, 2026, https://zwiftinsider.com/level-stats-2025/
- Zwift Level 100 Club: More Exclusive Than We Think? – Reddit, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.reddit.com/r/Zwift/comments/1qm6a5l/zwift_level_100_club_more_exclusive_than_we_think/
- Zwift Cycling Training Plans – The at Home Cycling & Running Virtual Training App, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.zwift.com/news/33146-zwift-cycling-training-plans
- Zwift Structured Plans for Winter Aerobic Base Cross Training? (new to cycling) – Reddit, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.reddit.com/r/Zwift/comments/1awi4cb/zwift_structured_plans_for_winter_aerobic_base/
- Winter Training: How To Get Fitter and Faster This Winter – The at Home Cycling & Running Virtual Training App, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.zwift.com/news/33603-winter-training-how-to-get-fitter-and-faster-this-winter
- The best workouts and training plans on Zwift – BikeRadar, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.bikeradar.com/advice/fitness-and-training/best-workouts-training-plans-zwift
- Winter Base Plan (12 weeks) – Intermediate / Advanced (Zwift & Indoor Compatible) | cycling Training Plan | TrainingPeaks, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.trainingpeaks.com/training-plans/cycling/road-cycling/tp-373450/winter-base-plan-12-weeks-intermediate-advanced-zwift-indoor-compatible
- How to Create and Set Up a Zwift Club, Zugriff am Januar 27, 2026, https://zwiftinsider.com/create-club/
- Club Limits Increase [May 2022] – Clubs – Zwift Forums, Zugriff am Januar 27, 2026, https://forums.zwift.com/t/club-limits-increase-may-2022/584923
- Zwift racing explained: categories, formats and tactics – BikeRadar, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.bikeradar.com/advice/fitness-and-training/zwift-racing
- Rules & Scoring – Zwift Racing League – WTRL, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.wtrl.racing/zwift-racing-league/resources/
- Racing Score FAQ – Zwift Support, Zugriff am Januar 27, 2026, https://support.zwift.com/en_us/racing-score-faq-BkG9_Rqrh
- Complete Guide to Zwift Racing 2025 – Nomad Frontiers, Zugriff am Januar 27, 2026, https://nomadfrontiers.ca/cycling/complete-guide-to-zwift-racing-2025/
- How to join a team on ZwiftPower. It’s EASY! – YouTube, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.youtube.com/watch?v=dVnWhcQfbJo
- ZwiftPower – YouTube, Zugriff am Januar 27, 2026, https://www.youtube.com/watch?v=-gpwK3Kqz-o
